Wie in meinem November-Blog-Artikel nehme ich dich hier wieder mit in die Welt der ayurvedisch-yogisch-basischen Anschauung der Jahreszeiten.
Im Herbst-Blog habe ich dir die Grundlagen erklärt und dass sich die Jahreszeiten mit ihren Besonderheiten auf unsere Dosas auswirken. Sie beeinflussen Körper & Geist und damit auch unser Wohlbefinden und unsere Gemütsverfassung.
Lass uns einen Blick auf die Qualität des Winters richten, der die Monate Dezember-Februar umfasst.
Wenn ich an Winter denke, sehe ich Schnee, fühle die Kälte, atme die scharfe Luft durch die Nase, hauche warme Luft als Nebel aus. Ich beginne zu frieren und es ist mir ein Bedürfnis, mich warm einzupacken.
Die Kälte kann sich unterschiedlich zeigen: mal mit Trockenheit, mal mit Nässe. Während kaltes, feuchtes Wetter das KAPHA-Dosa erhöht, steigert kalt-trockenes und windiges Wetter wieder VATA.
Essen für die Seele
So gibt es auch in der Ernährung verschiedene Empfehlungen, die sich an der jeweiligen Winter-Phase orientieren. Menschen mit viel VATA-Energie sind empfänglicher und betroffener von den winterlichen Einflüssen. Vor allem auch dann, wenn große Schwankungen bestehen.
Die unstete VATA-Konstitution kann jetzt noch mehr Erdung vertragen. Mehr zu VATA-Qualitäten lies im Herbst-Blog. Gegenüber dem Herbst hat der Winter jedoch kälteren Wind zu bieten. Und diese kalten Temperaturen fordern unseren Körper stark heraus.
KAPHA-Konstitutionen sind eh schon gut geerdet – können dennoch in Maßen von den Tipps profitieren, da hier die feuchte Kälte stresst.
Unser Körper schaltet jetzt auf Wärmeproduktion um und erhöht das Verdauungsfeuer. Wenn Agni stark ist, wird hieraus mehr Energie erzeugt. So setzt unser Körpersystem der Kälte mehr Hitze entgegen und kann auch schwerere Nahrung gut verarbeiten. Diese bringt dann noch mehr Wärme und Energie.
Auch die Portionen dürfen etwas größer sein. Achte aber immer auf dein Bauchgefühl, was du gut verdaust und wo weniger mehr ist.
Basenreiche Nahrung ist in jeder Jahreszeit gut, da alle Stoffwechselprozesse generell Säure bilden. Mit unterschiedlichen Kombinationen und Gewürzen lässt sich die Jahreszeit dann prima unterstützen.
Jeder Organismus strebt nach Ausgleich
Da unser Körper sehr schlau ist – ein echtes Kunstwerk und bis ins Kleinste durchdachte Zellenergie – reagiert er schnell auf Veränderungen in der Ernährung. Saisonale und regionale Nahrungsmittel sind die Basis für jede gute Ernährungsform.
Da tierische Bestandteile alle durchweg Säurebildner sind, fördern sie auch die Übersäuerung des Organismus.
Jetzt ist die gute alte Gemüsesuppe aus Oma’s Küche ein echter Seelenwärmer für durchgefrorene KAPHA- und VATA-Menschen.
Im Einklang mit den Elementen leben
In dieser Blog-Reihe möchte ich dich mitnehmen auf die Reise durch die Jahreszeiten und dir wertvolle Tipps an die Hand geben, die dich unterstützen, mit der jeweiligen Energie so umzugehen das es dir dient – immer zum passenden Zeitpunkt wird der nächste Blogartikel dazu entstehen.
Neben VATA ist KAPHA im Winter erhöht.
KAPHA ist stabil, schwer, langsam und beständig. Sie steht für Stabilität und Formgebung. Sie verleiht uns iunsere Körperstruktur, Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Geduld und sorgt für starke Gelenke.
So zeigen sich auch in dieser Jahreszeit vermehrt Gelenkbeschwerden und viele Atemwegsbeschwerden, aber eher mit viel Schleim und Trägheit. Auch Frieren, Kraftlosigkeit, Atemnot und Husten mit viel Auswurf, übermäßiges Schlafbedürfnis und gestörte Verdauungskraft zeigen die Erhöhung dieses Dosas an.
Tipps für den Alltag aus Ayurveda und Basen-Sicht:
Nährend, saftig, süß, sauer, salzig senkt VATA-Energie, die aus dem Herbst noch mitgebracht wurde. Auch die anderen Konstitutionen können durchaus einen Überschuss an diesem Wind aufgebaut haben. So gelten die Empfehlungen bedingt auch für KAPHA und PITTA – rein aus Sicht der Winterqualitäten.
- Salzige Soßen zu Wurzelgemüse und allem, was aus der Erde kommt (Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Pastinaken,
- Kohl mit Kümmel genießen
- Porridge zum Frühstück
- Basentee und heißes Wasser mit Kreuzkümmel
- Alkohol – wenn überhaupt – als süßen Wein genießen
- generell kalte Getränke meiden
- Mehlspeisen und Getreide werden jetzt besser verdaut als im Sommer. Sie sind zwar immer noch Säurebildner, können aber mit warmen Früchten oder herzhaften Gemüsepfannen kombiniert werden
Yoga als Anker
Yoga ist für mich zu jeder Jahreszeit mein tägliches Ritual am Morgen.
Die Praxis darf im Winter kraftvoll sein, sollte aber nicht verausgaben. Wir können Vinyasas üben, die mit Ujjayi geführt werden und auch in kraftvollen Rückbeugen verweilen.
Bandhas wie Mula Bandha (Wurzelverschluss) und Uddijyana Bandha (Nabelverschluss) fördern den Transport von Schlacke zum Agni. So kann die Kraft im Winter gut genutzt werden, Unnötiges, das sich vielleicht durch reichhaltiges Essen ansammelt, direkt wieder loszuwerden.
- Surya Bhedana – die Sonnenatmung (EA rechts, AA links) – stärkt die Lebensenergie und bringt Power für den Tag.
- Kraftvolle Kriyas aus dem Kundalini Yoga unterstützen z.B. mit Feueratem die Praxis
- Meditation auf die Sonne
Was uns noch nährt
Für eine Reinigungskur ist es immer noch zu früh! Das würde zu dieser Jahreszeit Voll-Stress für den Organismus bedeuten. Jetzt braucht es Selbstfürsorge, Nährung und Speicher auffüllen.
Dies bedeutet jedoch nicht, wahllos alles in sich hinein zu schaufeln. Genuss mit Somatischer Intelligenz gepaart ist hier ein gutes Ratgeber-Team.
Hier kommt wieder meine Einladung an dich für deine Selbstfürsorge-Praxis:
Wie immer gilt auch hier: Du spürst hinein und fühlst, wo du in Resonanz gehst und was du ausprobieren magst. Und vielleicht ist ja das eine oder andere dabei, was du sowieso ganz intuitiv schon für dich tust.
Unser Körper braucht gerade in der kalten Jahreszeit mehr achtsame Zuwendung.
- Tägliches Einreiben des Körpers mit warmem Öl (Sesam, Mandel) fördert Wärme und durch die Berührung gibst du deinem Körper das Gefühl von Willkommensein und Gesehenwerden
- Warm duschen oder baden nimmt Kälte ohne den Körper zu stressen (wo sehr heiß zu viel wäre)
- ansteigende Basen-Fußbäder bringen sanfte Ausscheidung von Ama (Schlacke)
- Warme Kleidung, in die wir uns einkuscheln können
- Ohren und Hals vor Wind und Kälte schützen
- Atemwege mit Kräutern unterstützen (Salbei, Spitzwegerich und Thymian)
- Sport, der Wärme bringt – jedoch nicht verausgaben
- Regelmäßige Saunabesuche
- Auch mal Couchpotato sein – ein Buch statt Handy!
Das KAPHA-Haus stärken
Ayurveda teilt den drei Dosas Bereiche des Körpers zu, für die sie „verantwortlich“ sind. Wir nennen dies das Haus des Dosa. Da der Winter durch die von der Natur vorgegebene Trägheit und Verlangsamung, dem Rückzug vom Tun, sich vermehrt KAHPA ansammelt, stellen sich hier oft Schnupfen, verstopfte Nase und Nebenhöhlen-Probleme ein. Denn diese Bereiche gehören zum KAPHA-HAUS.
Helfen wir dem Körper, das schnell wieder zu regulieren, den Schleim loszuwerden! Mit Inhalation von Basen-Salz und Nasenspülungen (Neti) lässt sich dies ganz leicht bewerkstelligen.
Setze dir einfach einen Topf mit Wasser auf und schütte in das kochende Wasser einen Teelöffel Basensalz. Dann nimm vor dem Topf am Tisch Platz und beuge dich über den dampfenden Topf. Mit einem Handtuch über deinem Kopf zentrierst du den Dampf direkt auf deine Nase, Stirn und Mundpartie.
Bleibe mindestens 5 Minuten. Las abfließen, was dir nicht mehr dient 😉
***Übrigens: Auch ein basischer Halswickel kann hier wahre Wunder wirken. Und der braucht noch nicht mal Extra-Zeit. Einfach über Nacht angelegt, wirkt es allem Kopfgeschehen entgegen und am Morgen sind oft schon erste Veränderung zu spüren***
Der Yogisch Leben Gedanke von mir dazu
Alles im Universum strebt nach Ausgleich. Im Sturm und in der Aktivität kann die innere Stimme nicht wahrgenommen werden. Stille hat die höchste Heilkraft.
Der Winter ist der ideale Zeitpunkt für Rückzug, innere neue Ausrichtung und Sammlung. Um daraus die bestmögliche Wirkung zu ziehen, bedarf es der Hingabe. Kein Hadern, Ungeduld und Machen-wollen. Die Natur macht es uns ja vor! Sie zieht sich zurück und unter der Erdoberfläche werden Kräfte gesammelt.
Wenn dann das Frühjahr beginnt, ist genügend da, um wieder in die Aktivität gehen zu können und diese Kräfte freizusetzen. Ich lade dich ein, wieder mehr mit dem Rhythmus der Natur zu gehen. Fühlen statt denken. Denn in uns ist alles da, was wir brauchen.
Yoga, Ayurveda und die basische Lehre sind für gute Lehrmeisterinnen aus Mutter Natur. Meine Erfahrungen und mein Wissen gebe ich gern an dich weiter.
In meiner Yoga-Jahresbegleitung, Kurwochen und Einzelarbeit entsteht Raum für Ausgleich in jeder Jahreszeit.
Und heilsame Stille in Frauen-Kreisen mit reinem Kakao und Klang können übrigens ebenfalls zu einer guten Winter-Routine gehören, die nährt, wärmt und wohlig einhüllt.
Stille Klang Kakao für dich
Wenn du mehr dazu wissen magst, schau gern in meine Angebote unter „Yogisch ernähren“ oder in die aktuellen Termine.
Vielleicht ist ja deins dabei! Dann freue ich mich, dich kennenzulernen.
Im März/April kommt dann der 3. Blog-Artikel dieser Reihe, der dich basisch-yogisch-ayurvedisch durch den Frühling begleitet.
Von Herzen zu dir, Sabine
SAT NAM
