Was ist Yoga?

Yoga – kommt von der Wortsilbe YUI und bedeutet so was wie „anschirren, zusammenbringen“. Dabei kommt mir ein Bild aus der Yoga-Philosophie in den Kopf:

Zwei weiße Pferde (stellvertretend für all unsere Wahrnehmungs-Sinne) werden angeschirrt und vor eine Kutsche gespannt. Auf dem Kutschbock sitzt eine Person (Buddhi – unser ICH) und hält die Zügel in den Händen. In der Kutsche sitzt der*die Herr*in (Purusa – unser Wesenskern) und schaut. Am Wegesrand stehen Blumen, Bäume, Häuser, die ganze Welt in ihrer Vielfalt (die Sinnesreize).

Die Herrin kann sich nicht selbst bewegen, sie ist angewiesen auf die Kutscher*in. Ist sie in Kontakt mit der Herrin im Wagen und hält sie die Zügel dosiert in Händen, so werden die Pferde sinnvoll geleitet. Sie folgen dem Lebensweg, ohne von den Sinnesreizen überfordert zu werden.  

Brechen die Sinne aus und folgen sie unseren aus der Täuschung entstehenden Triebkräften  der Gier, der Ablehnung, der Angst und dem falschen Selbstbild – so verlässt die Kutsche ihren Pfad.

Dieses Sinnbild verdeutlicht, wie wesentlich das Zusammenwirken von unserem Geist und Ego (ICH) mit unserem Wesenskern. Nur in gutem Kontakt mit unserer inneren Führerin werden wir ohne Umwege unserem Seelenplan folgen können.

Yoga als Weg

Ich sehe wunderschöne Menschen in weißen Gewändern, die sich gekonnt kunstvoll auf der Matte verbiegen und in exotische Haltungen begeben. Dabei lächeln sie entspannt in die Kamera.

Wäre ich diesem Film gefolgt, so wäre ich keine Yogalehrerin geworden. Ich bin es, weil ich erfahren durfte, dass Yoga etwas ist, was sich nicht durch Lesen von Büchern oder Hören von Erzählungen und Aneignen von reinem intellektuellem Wissen erlernen lässt.

Yoga ist ein Weg, der auf Erfahrung beruht. So steht es schon in der „Bibel“ des Yoga, im Yoga Sutra von Patanjali. In diesen 196 Versen wird beschrieben, was das Menschsein bedeutet – und wie wir uns immer wieder selbst ein Bein stellen im Laufe unseres Lebensweges.

Und Yoga gibt Impulse und Anregungen, wie wir dies verändern können. Nämlich durch Bewusstwerdung.  VIVEKA, die Unterscheidungsfähigkeit, ist das erklärte höchste Ziel des Yoga. Wir dürfen lernen, von der Täuschung zur Erkenntnis zu gelangen. 

Dieser Weg ist alles andere als einfach – aber so lohnenswert, dass es eine Freude ist, ihn zu gehen.

Das „Turnen auf der Matte“ ist alles andere als das Turnen auf der Matte! Es geht nicht um höher, schneller, weiter, komplizierter und exotischer. Und du brauchst auch nicht den Model-Maßen zu entsprechen, um Yoga zu üben.

 

Du brauchst keine besondere Kleidung, Beweglichkeit, Geschicklichkeit oder eine Sportskanone zu sein. Wenn du ganz DU bist, dann kannst du Yoga üben.

Yes!!! Yoga IST ANDERS! Yoga ist KEIN Sport. Yoga ist Bewusstseins-Schulung.

Yoga als Zustand

Das Yoga-Sutra beginnt mit dem Wort „ATHA“ – sei ganz da, sei präsent. „Atha yoga anusasanam“ – Yoga ist ein Weg, der auf Erfahrung beruht. Durch die Verse erfahren wir den Weg.

Und es endet mit „ITI“ – so ist es – es ist vollbracht. Und dies beschreibt den Yoga-Zustand.

Es ist der Zustand der vollkommenen inneren Freiheit und Erfüllung, in der das innere Licht hervorleuchtet – genannt SAMADHI. In diesem Zustand erfahren wir unser wahres Selbst, unser reines Bewusstsein, und alle Konzepte lösen sich auf.

Wenn diese Gedanken neu für dich sind, so lass sie einfach mal stehen und auf dich wirken. Vielleicht geht ja etwas in dir in Resonanz, was sich erinnert.

Yoga üben und leben

Ich lade dich ein, genau hin zu spüren, wenn du jetzt Lust hast, mehr über Yoga zu lernen und zu erfahren – und vor allem selbst zu praktizieren. 

Jede*r findet seinen*ihren Yoga*Stil und *Lehrer. Wesentlich für mich, als ich begann, den Weg zu gehen, war: Was sagt diese*r Lehrer*in über Yoga? Lebt er*sie das auch?

Wie du einsteigst, ist relativ gleich-gültig. Denn es wird dich finden. Das, was du gerade heute am meisten brauchst, wird dich ansprechen.

Desikachar, der leider schon verstorbene Sohn von T. Krishnamacharya (einer der ersten Begründer des Yoga), in deren Tradition ich lehre, sagte einmal:

„Es ist egal, womit du beginnst, Yoga zu üben. Du kannst die Philosophie lesen, meditieren, Atemübungen oder Körperübungen machen.

Fakt ist: Irgendwann solltest du alles zusammenführen, sonst wäre es so, als würde ein*e Bodybuilder*in nur einen Arm trainieren“. Ich finde dieses Bild sehr stimmig.

Egal, welche Frage du hast – Yoga ist die Antwort!

Meine Erfahrungen

Ich kann nur von mir (und meinen Yoginis) sprechen und ich sage dir: Wenn du Yoga im traditionellen Sinne – mit der ganzen Philosophie – Schritt für Schritt zu erfahren beginnst, wird sich dein Leben verändern.

Yoga durchwebt alles, was du fortan denkst, sprichst, fühlst und tust. Du wirst spüren, welche Kraft hinter den Asanas (Haltungen) und Vinyasas (Abläufen), hinter den Mantren und dem Rezitieren steckt.

Du wirst die Wirkung der Finger-Mudras fühlen und lieben lernen und erfahren, welch große Kraft im Zusammenspiel von Atem und Bewegung steckt.

Jedes Asana hat ein Konzept. Es will dir etwas vermitteln. Auf der Körperebene vielleicht Dehnung, Kraft, Entspannung der Muskeln, Kräftigung der Muskeln, Lösung von Verhärtungen.

Und auf der emotionalen, psychischen, seelischen Ebene ist es nicht viel anders. Nur: Es ist feinstofflicher, tiefer. Ruhe kann in deinem Kopf Einzug finden und Blockaden und Ängste können sich lösen.

Du dehnst dich in deine wahre Größe hinein, du dehnst dich aus und nimmst Raum ein. Du stehst kraftvoll und stark für dich ein. Du kommst in dein emotionales Gleichgewicht. Du erfährst in dir eine ganz andere Art von Gelassenheit – nein, kein resignieren, eine absolute emotionale Entspanntheit. Präsent im Jetzt – ATHA!

YOGISCH LEBEN für eine andere Welt

So, wie es in dir Veränderung bewirken wird, so sendest du damit diese besondere neue Schwingung in die Welt. Wenn du Yoga Raum in deinem Leben gibst, wird Yoga Raum in der Welt bekommen.

Mit jedem Gedanken, Wirken und Schöpfen in yogischer Lebensweise machen wir die Welt ein Stück weit menschlicher. Denn einem Yoga-Geist ist es unmöglich, nicht in Liebe und Respekt für Mutter Erde und jedes Wesen zu handeln. 

Wenn es allen und allem dient, dann ist es Yoga!

Ich wünsche dir, deine ganz eigenen Erfahrungen zu machen. Denn Yoga ist ein Weg, der auf Erfahrung beruht, heißt es in Vers 1, YogaSutra von Patanjali: atha yoga-anusasanam

Vielleicht beginnt dein Weg direkt mit mir? Dann schau gern in meine aktuellen Angebote, die online und auch vor Ort in Dorsten für dich bereitstehen.

Manche auch durch deine Krankenkasse gefördert! Lies hier im Blog mehr dazu.

von Herzen zu dir, Sabine

SAT NAM 🙏🏼

 

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